Nürnberger Molly…eine Kritik…

Kritik zu: Molly Eyre

Wuerzburg-MollyEyre2-NicoMangerFotograf: Nico Manger

 

Am Montagabend, dem 3. Juni, bekamen die Nürnberger Kammerspiele einen neuen Anstrich, denn das Stück „Molly Eyre“, das anlässlich der 31. Bayrischen Theatertage vom Team des Würzburger Mainfranken Theater präsentiert wurde, zog das Publikum mit einem kontrastreichen Bühnenbild aus grauen Kinderspielzeugen und Wänden, die im Stück selbst bemalt wurden, in seinen Bann.

Der Raum in einem Kindergarten soll neu gestaltet werden und vier Mütter geraten in eine heftige Diskussion. Molly Eyre, gestresste Mutter und Autorin, greift aus Zeit- und Inspirationsnot für ihr neues Stück auf die völlig verschiedenen Charaktere ihrer drei Freundinnen zurück.

„Willst du mich umbringen?“ – „Manchmal.“, antwortet die nüchterne, fast schon unangebracht ehrliche Celesta, gespielt von Christina Theresa Motsch, die mit einem meisterhaftem Schauspieltalent überzeugt, begeistert und dem Publikum viele Lacher entlockt. Zusammen mit „Guru-Uta“, wie Uta die scheinheilige Esoterikerin von Celesta genannt wird und Ranga, der „eingebildeten Kranken“ mit Öko-Touch, bilden die vier Frauen ein grandioses Quartett. Die Darstellerinnen überzeugen durch Authentizität, Humor und natürlicher, aber auch charakterstarker Sprache und Spielweise, von der das Stück lebt.

Ein Stück, das sich durch abwechslungsreicher Gestaltung, sehr guter dramaturgischer Umsetzung, gelungener Beleuchtung und Animation, Musik und Tanz auszeichnet.

Ein Stück, das das Publikum mitreißt und zum Lachen bringt und das man gerne noch einige Male sehen will.

 Anne Voltz

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Über Jürgen R. Weber

Jürgen R. Weber wurde in Hamburg geboren und wollte in jungen Jahren Heldentenor werden. Da er aber Bariton und zudem sängerisch unglaublich unbegabt war, studierte er bei Götz Friedrich Musiktheater-Regie. Nachdem er das Studium mit einer etwas exzentrischen, eigenen Fassung von “Die lustige Witwe” abgeschlossen hatte, komponierte er Musik für Werbefilme (”Tesakrepp Fensterdicht”). Für eine freie Gruppe schrieb und inszenierte er die Biopera “Die Rose des Himmels” über das Leben von Claudio Monteverdi. Dann wandte er sich dem Fernsehen zu um dort keine Opern sondern Seifenopern wie “GZSZ” und “Sturm der Liebe” zu spielleitern. Verschiedenen Arztserien diente er als Regisseur und Autor und auch das Serienentwickeln, (”Verliebt in Berlin”), konnte er nicht lassen. Daneben frönte er auch dem pädagogischen Eros und war u.a. Dozent für Regie an der Universität der Künste Berlin. Nach verschiedenen Kinderserien (”Die Graslöwen”, “Siebenstein”, “Löwenzahn reloaded”) zog es ihn schließlich wieder unbarmherzig zum Musiktheater und er inszenierte in Erfurt “Die Leiche im Sack”, in Leipzig “Der Graf von Luxemburg” und in Chemnitz die „Rose vom Liebesgarten“.Er inszenierte „Robin Hood“ in Erfurt „Die Lustige Witwe“ in Würzburg und „Swanhunter“ in Chemnitz. 2013 übernahm er bei der erfolgreichen Uraufführung von "MOLLY EYRE", von Tamsin Kate Walker die Regie und Ausstattung. Er arbeitet an der Musik und dem Libretto der Musicals "OKTOBERFEST" und "4Groschenoper". Außerdem schreibt und komponiert er regelmäßig für seine Zombie-Oper "WTF or a male feminists rape fantasy", vom dem Teile im September 2012 im Ballhaus Rixdorf in Berlin aufgeführt wurden. Bei der Inszenierung von DER TRAUM EIN LEBEN 2014 an der Oper Bonn war er nicht für die Regie verantwortlich, sondern übernahm auch die Rolle des "Mannes vom Felsen". Danach inszenierte er dort DIE WINTERREISE und HOLOFERNES. In Oldenburg inszenierte er HERCULES. Dabei übernahm Jürgen auch Bühnenbild und Kostüme. 2017 inszeniert er bei den Domstufenfestspielen Erfurt IL TROVATORE von Giuseppe Verdi. 2018 wird er die von ihm und Charles Hart geschriebene Oper MARX IN LONDON in Bonn inszenieren.
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